Wirtschaftlicher Aufschwung erfordert wachstumsorientierte Reformen, die allen Arbeitnehmern und Haushalten zugute kommen

 

(Baden-Baden, 17. März 2017) - Regierungen sollten Reformen der Arbeits-, Produkt- und Finanzmärkte umsetzen, die Wirtschaftswachstum nachhaltig fördern und sicherstellen, dass alle am Wohlstand teilhaben. Dies geht aus der diesjährigen Ausgabe der OECD-Studie Going for Growth hervor, die heute in Baden-Baden veröffentlicht wurde.

Going for Growth analysiert Politiken, die geeignet sind, Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität, Beschäftigung und wirtschaftliche Teilhabe gleichermaßen zu fördern.

Die diesjährige Ausgabe zeigt, dass die Politik verstärkt auf Reformen zum Beschäftigungsaufbau setzt. Dabei steht insbesondere die Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen, jungen Menschen und Geringqualifizierten im Vordergrund. Dagegen verzeichnet der Bericht einen Rückgang der Reformanstrengungen zur Förderung der Arbeitsproduktivität, wie etwa durch Bildung und Innovation. Angesichts des rückläufigen Produktivitätswachstums in den meisten OECD-Ländern gibt dies Anlass zur Sorge.

„Viele Menschen spüren, dass ihr Lebensstandard seit langem stagniert. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, braucht es kohärente strukturelle Reformen sowie den politischen Willen, diese auch umzusetzen“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. „Maßnahmen zur Förderung von Beschäftigung und zum Abbau sozialer Ungleichheit zeigen bereits ihre Wirkung. Gleichzeitig bleiben in den Industrienationen wie in den Schwellenländern viele Herausforderungen bestehen, die nur mithilfe schnellerer und weitreichenderer Reformen gelöst werden können. Die Regierungen dürfen jetzt nicht lockerlassen.“

Dem Bericht zufolge sollten Regierungen sich auf Reformen konzentrieren, die sowohl wirtschaftliche wie auch soziale Ziele anstreben. Zum ersten Mal setzt der Bericht wirtschaftliche und soziale Teilhabe auf eine Stufe mit Produktivität und Beschäftigung, den wichtigsten Kräften hinter wachsenden Einkommen.

„Die meisten Länder brauchen Reformen, die Wirtschaftswachstum stärken und die Gesellschaft auf kommende technologische Entwicklungen vorbereiten. Regierungen müssen sich aber auch um die Anliegen all jener kümmern, die die Kosten der Reformen tragen“, sagte Gurría. „Inklusives Wachstum muss im Zentrum der Anstrengungen stehen. Diese ist die einzig richtige Antwort auf den politischen Gegenwind, der zu einer Verschleppung von Reformen geführt hat.“

Die Umsetzung der Reformempfehlungen aus dem Bericht würden auch die G20-Ziele für stärkeres und inklusiveres Wachstum unterstützen, so Gurría bei der gemeinsamen Präsentation des Berichts mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zum Auftakt des G20-Finanzministertreffens.

Going for Growth ist die Grundlage zu den Beiträgen der OECD zum G20-Rahmen für starkes, nachhaltiges und ausgeglichenes Wachstum. Die OECD arbeitet mit den G20-Ländern, um deren Anstrengungen zur Wachstumsförderung zu quantifizieren sowie um nationale Wachstumsziele zu erreichen.

 


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